Magento gehört zu den wenigen Shopsystemen, deren Quellcode offen liegt und die trotzdem große Onlineshops tragen. Wer damit arbeitet, bekommt keine fertige Anwendung, sondern eine Codebasis, die sich verändern lässt. Aus diesem Grund entwickeln wir als Kölner Magento Agentur damit. Wie es dazu kam, erzählt die Geschichte des Systems: In knapp zwanzig Jahren hat Magento dreimal den Eigentümer und mehrfach den Produktnamen gewechselt.

Der Anfang: Varien, Kalifornien, 2007
Im Januar 2007 starteten die Arbeiten an Magento. Entwickelt wurde es bei Varien, einer Webagentur in Kalifornien um Roy Rubin und Yoav Kutner. Sieben Monate später, am 31. August 2007, erschien die erste Betaversion. Ein halbes Jahr danach zeigte sich das Projekt auf der Konferenz „Under the Radar: The Business of Web Apps“ und wurde von den Besuchern zum Favoriten gekürt. Die offizielle Version 1.0 kam am 31. März 2008 heraus.
Die Editionen und ihre Namenswechsel
Kaum etwas an Magento stiftet so viel Verwirrung wie die Produktnamen. Die Namen haben sich mit fast jedem Eigentümer geändert:
- Die Community Edition heißt seit 2017 Magento Open Source. Das ist die offene, kostenfreie Linie.
- Die Enterprise Edition wurde zu Magento Commerce und trägt seit 2021 den Namen Adobe Commerce. Das ist die lizenzpflichtige Linie.
- Die Enterprise Cloud Edition lief als Magento Commerce Cloud und gehört heute als gehostete Variante zu Adobe Commerce.
Die 2010 vorgestellte Professional Edition wurde eingestellt. Ihren Kunden bot Magento damals eine Dauerlizenz an oder den vergünstigten Wechsel auf die Enterprise Edition. Was die beiden verbliebenen Linien heute voneinander unterscheidet, steht ausführlich in unserem Beitrag zum Unterschied zwischen Magento Open Source und Adobe Commerce.
Magento 1 und Magento 2
Magento 2.0 erschien am 17. November 2015 und war kein Versionssprung im üblichen Sinn, sondern eine neue Codebasis. Verzeichnisstruktur, Modularchitektur und Frontend wurden neu angelegt, das JavaScript-Framework wechselte von Prototype zu jQuery. Erhalten blieb das EAV-Datenmodell aus der ersten Generation, mit dem sich Produkte um beliebige Eigenschaften ergänzen lassen. Mehr dazu steht in unserem Beitrag zu Magento 2.
Die erste Generation lief noch Jahre parallel weiter. Ihre letzte Version 1.9.4.5 erschien am 28. April 2020, der offizielle Support endete am 30. Juni 2020. Verschwunden ist Magento 1 damit nicht: OpenMage LTS pflegt einen quelloffenen Fork mit laufenden Sicherheitspatches, Mage One bietet dieselbe Absicherung kommerziell für 1.9.4.5 an.
Vom Startup über eBay zu Adobe
Zunächst gehörte Magento allein zu Varien. Im März 2010 stieg eBay mit einer Minderheitsbeteiligung ein und übernahm das Unternehmen am 17. August 2011 vollständig. Vier Jahre später zerlegte eBay sein Handelsgeschäft wieder: Am 3. November 2015 ging Magento als eigenständige Firma an die Beteiligungsgesellschaft Permira. Den vorerst letzten Wechsel gab es 2018. Adobe kündigte die Übernahme am 21. Mai an, schloss sie am 19. Juni ab und zahlte 1,68 Milliarden US-Dollar. Seitdem ordnet Adobe die lizenzpflichtige Linie in seine Experience Cloud ein.
Magento auf dem deutschen Markt
Magento kommt aus dem amerikanischen Markt und der Standard deckt deutsche Rechtspflichten nicht vollständig ab. In der ersten Generation schlossen Module aus der Community diese Lücke, dazu gab es mit Magento DE ein vorkonfiguriertes Paket. Heute übernehmen das Erweiterungen oder eigene Entwicklung. Für viele Händler ist dieser Umweg kein Nachteil, sondern der Grund für die Systemwahl: Wer ohnehin in die Abläufe eingreift, will ein System, das Eingriffe vorsieht. Welche Fragen vor dieser Entscheidung stehen, haben wir im Beitrag zum passenden Shopsystem gesammelt.
Wo Magento heute steht
Die aktuelle Version ist 2.4.9, erschienen am 12. Mai 2026. Jede 2.4er-Reihe erhält ab ihrem Erscheinen drei Jahre Unterstützung. Seit Januar 2026 liefert Adobe monatliche Sicherheitspatches, deren Bezeichnung sich am Erscheinungsmonat orientiert statt an einer fortlaufenden Patchnummer. Eine Nachfolgeversion mit neuer Hauptnummer hat Adobe bisher nicht angekündigt, ein Ende von Magento Open Source aber ebenso wenig. Daneben steht mit Mage-OS ein unabhängiger Fork aus der Community, der zu Magento Open Source kompatibel bleibt.
Wie wir mit Magento arbeiten
Wir arbeiten seit vielen Jahren mit Magento, angefangen bei der ersten Generation. Themes konzipieren, gestalten und entwickeln wir bevorzugt selbst und greifen nur im Einzelfall auf fertige Vorlagen zurück. Neben der Umsetzung von Onlineshops liegen unsere Schwerpunkte auf Schnittstellen zu Warenwirtschaft und ERP, auf eigenen Erweiterungen und auf Versionswechseln von Magento 1 auf 2. Wird dein Vorhaben genau an den Stellen anspruchsvoll, an denen ein Standard aufhört, ist Magento eine Überlegung wert.
(Hinweis: Dieser Artikel wurde am 17. August 2026 überarbeitet und auf den aktuellen Stand gebracht. Erschienen ist er ursprünglich im Dezember 2021.)