Inklusion im Internet

Im Jahr 2019 stärkte die EU mit dem European Accessibility Act EAA die Grundrechte von Menschen mit Behinderungen im digitalen Raum. Unter anderem sieht der European Accessibility Act EAA vor, dass auch diese User den maximalen Nutzen aus dem Internet ziehen können. Inklusion im Internet: Deswegen gilt es, Barrieren im E-Commerce abzubauen. Ab 2022 sind die EU-Mitgliedstaaten dazu verpflichtet, hierfür die national gültigen, rechtlichen Grundlagen zu schaffen. Ab dem 28. Juni tritt dann das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz in Kraft. Shopbetreiber in Deutschland müssen bis dahin einen barrierefreien Onlinehandel auf ihrer Webseite garantieren.

Inklusion im Internet
Inklusion im Internet

Inklusion im Internet: Worauf müssen Onlinehändler achten?

Gut jeder zehnte Mensch in Deutschland ist schwerbehindert. Diese Personengruppe stößt beim Onlineshopping aufgrund von motorischen und sensorischen Einschränkungen auf Hindernisse. Deswegen wird ein barrierefreier Onlinehandel forciert – Inklusion im Internet. So lässt sich sicherstellen, dass beispielsweise Gehörlose Videos mit Untertiteln sehen können. Um diese Barrieren im E-Commerce zu überwinden, sind allgemeingültige Standards kreiert worden. Diese weltweit gültigen Richtlinien heißen Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) und dienen als Basis für die staatlichen Verordnungen. Sie bauen auf vier Grundprinzipien auf:

  • Wahrnehmbarkeit und Design (UI)
  • Bedienbarkeit (UX)
  • Verständlichkeit (SEO)
  • Robustheit (Codequalität)

Ein Onlineshop ohne Barriere muss künftig ohne visuelle Eindrücke ebenso nutzbar sein wie mit visuellen Eindrücken. Auch eine Bedienung ausschließlich mit der Tastatur oder mit Maus und Tastatur muss möglich sein.

Wahrnehmbarkeit und Design

Ein barrierefreier E-Commerce steht für eine erwartbare und intuitiv bedienbare Navigation. Das stärkt die Wahrnehmung. Irritationen durch zum Beispiel unersichtliche Reihenfolgen von Bereichen sind zu vermeiden. Ob Schaltflächen, Icons oder Texte: Alles muss wegweisend und selbsterklärend sein. Zeilen und Zeichenabstände müssen den WCAG genügen. Typografien müssen zoombar – so wie es gefällt. Für eine bessere Wahrnehmbarkeit ist ein kontrastreiches Design unerlässlich.

Bedienbarkeit

Eine geringe Absprungrate sichert höhere Umsätze. Sie lässt sich unter anderem durch eine smarte und intuitive Bedienbarkeit des Onlineshops erreichen. Wichtige Maßnahmen dafür sind beispielsweise eine übersichtliche und schlüssige Struktur in puncto:

  • Registrierung
  • Checkout-Prozess
  • Identifizierungsmethoden
  • elektronische Signaturen
  • Formulare
  • Zahlungsdienste

Für eine ausschließliche Bedienung des Shops per Tastatur müssen Links, Buttons und Navigationselemente visuell fokussierbar sein.

Verständlichkeit

In diese Sparte fallen vor allem die Suchmaschinenoptimierungen. Ein Beispiel: Der Suchalgorithmus berücksichtigt, wie verständlich der auslesbare Webauftritt ist. Alle User müssen zu jeder Zeit verstehen, wo sie sich gerade digital befinden, wie die Funktionsweise der Navigation ist und welche Möglichkeiten sie haben. Der Schlüssel dafür ist eine erstklassige Struktur der HTML-Codes.

Robustheit

Dies betrifft die Lesbarkeit, Struktur, Übersichtlichkeit und Wiederverwendbarkeit des Codes. Sobald ein Onlineshop diese Eigenschaften erfüllt, erlangt der Webseitenbetreiber eine optimierte plattform- und browserübergreifende Kompatibilität. Ein semantisch leistungsstarkes HTML ist demnach auch hier die Basis. Dieses hat direkt einen positiven Effekt auf Verständlichkeit und die SEO-Bewertung.

Überaus relevant: Inklusion im Internet

E-Commerce wird dank Barrierefreiheitsstärkungsgesetz barrierefrei. In den nächsten Jahren gewinnt dieses Thema noch an Fahrt, da sich die Webseiten- und Onlineshopbetreiber auf die Umsetzung bis spätestens Mitte 2025 vorbereiten müssen. Durch die verbesserte Inklusion im Internet von behinderten Menschen in der digitalen Welt, wird die Bedienbarkeit von Onlineshops vermutlich für alle User leichter und intuitiver.

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