Werbung im Gespräch statt neben dem Ergebnis
Conversational Advertising beschreibt Werbeformate, die in einem Dialog erscheinen statt neben einem Inhalt. Ursprünglich waren damit Chat- und Sprachformate gemeint, etwa Anzeigen in Messengern oder Chatbots als Einstieg in ein Beratungsgespräch. Seit 2026 hat der Begriff eine zweite Bedeutung bekommen, die ihn inzwischen überlagert: Anzeigen, die innerhalb der Antwort eines KI-Systems ausgespielt werden. In Deutschland ist das seit August 2026 in ChatGPT der Fall.
Absicht statt Suchbegriff
Der Unterschied zur klassischen Suchmaschinenwerbung liegt im Auslöser. Dort bucht ein Werbetreibender einen Suchbegriff und die Anzeige erscheint, wenn jemand genau danach sucht. In einem KI-Gespräch gibt es keinen Suchbegriff. Ausgewertet wird stattdessen, worum es in der laufenden Unterhaltung geht und was der Nutzer erreichen will. Wer sein Problem schildert, Optionen vergleicht oder eine Entscheidung vorbereitet, gibt damit mehr über seine Absicht preis als über eine Sucheingabe.
Trennung von Antwort und Anzeige
Die Anzeige steht gekennzeichnet unterhalb der Antwort und ist von ihr abgesetzt. Nach Angaben der Anbieter beeinflusst sie den Inhalt der Antwort nicht, denn was das System empfiehlt, entsteht unabhängig davon, wer Werbung gebucht hat. Diese Trennung ist die Voraussetzung dafür, dass Nutzer den Antworten weiterhin vertrauen.
Was daraus für Unternehmen folgt
Weil der Auslöser eine Absicht ist und kein Suchbegriff, verschiebt sich die Vorbereitung. Statt Listen von Suchbegriffen zählt die Frage, in welchen Situationen ein Angebot hilfreich wird. Damit liegt
Conversational Advertising nah an der
Generative Engine Optimization: die eine Seite ist bezahlte Präsenz in der Antwort, die andere die unbezahlte.