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Bookmarklet (Barrierefreiheit)

Was ist ein Bookmarklet?

Ein Bookmarklet ist ein Lesezeichen, das statt einer Adresse ein kleines JavaScript enthält. Ein Klick darauf führt das Skript auf der gerade geöffneten Seite aus. Installiert wird nichts: Der Link wird per Drag-and-drop in die Lesezeichenleiste gezogen und funktioniert danach in jedem Browser. In der Barrierefreiheit hat sich daraus eine eigene Werkzeugklasse entwickelt, weil sich Merkmale prüfen lassen, ohne die Seite zu verlassen oder eine Erweiterung einzurichten.

Was Accessibility-Bookmarklets sichtbar machen

Viele Eigenschaften, die für Barrierefreiheit im Web entscheidend sind, bleiben beim normalen Betrachten unsichtbar: ARIA-Landmarks und Rollen, Beschriftungen von Formularfeldern, Alternativtexte von Bildern, die Reihenfolge der Überschriften oder der Name, den ein Screenreader für einen Link vorliest. Bookmarklets blenden diese Informationen direkt auf der Seite ein, heben die betreffenden Elemente hervor und markieren Stellen, an denen Angaben fehlen. So wird beispielsweise auf einen Blick erkennbar, ob eine Überschriftenstruktur logisch verschachtelt ist oder ob Links nur aus „mehr" oder „hier" bestehen.

Grenzen gegenüber Prüfwerkzeugen

Ein Bookmarklet ist eine Sichtprüfung, kein Audit. Es liefert keine Konformitätsaussage nach WCAG und ersetzt weder automatisierte Prüfungen mit Werkzeugen wie axe oder WAVE noch den Test mit echten Screenreadern. Seine Stärke liegt im Tempo: Während der Entwicklung lässt sich in Sekunden kontrollieren, ob eine Änderung die Struktur verbessert oder verschlechtert hat. Bekannte Sammlungen stammen unter anderem von der University of Illinois (accessibility-bookmarklets.org), von einzelnen Fachleuten aus der Beratung sowie aus behördlichen Prüfverfahren in den USA, wo Bookmarklets Teil standardisierter Testabläufe sind.

Bedeutung für Unternehmen

Seit dem BFSG ist Barrierefreiheit für viele Onlineshops und digitale Dienste Pflicht. Bookmarklets senken die Hürde, Barrierefreiheit im Alltag mitzudenken: Redakteure prüfen Alternativtexte, Entwickler die Semantik, Projektleiter die Überschriftenlogik, ohne dass jedes Mal ein Prüfbericht nötig wird. Wer sie regelmäßig nutzt, findet Mängel früher und günstiger, als es eine nachträgliche Prüfung erlaubt. Für die Abnahme bleibt eine vollständige Prüfung nach WCAG dennoch unverzichtbar.