Progressive Web Apps auf dem Vormarsch

Progressive Web Apps stellen eine Kombination aus Native Apps und einer Webseite im Responsive Design dar. Zuvor mussten sich Online-Shop-Betreiber dafür entscheiden, ob sie den Shop auf mobile Websites anpassten oder lieber eine native App anboten. Manche konzentrierten sich auf beides, was wesentlich mehr Aufwand bedeutete. Mit Progressive Web Apps bietet sich dem Shop Software Hersteller die Möglichkeit, die Elemente von Apps und denen von Webbrowsern zu verbinden.

Eigentlich handelt es sich bei den Progressive Web Apps um responsive Websites. Jedoch sind sie mittels eines Icons auf dem Homescreen des Smartphones abrufbar, genau wie eine native App. Gleichzeitig verfügen sie über mehrere Funktionen von nativen Apps. So lassen sich Kameras, Mikrofone und andere Gerätefunktionen einbinden. Außerdem sind Inhalte der App auch offline aufrufbar oder können sich beim User mit Push-Nachrichten Aufmerksamkeit verschaffen. Weitere Vorteile umfassen die kurzen Ladezeiten und die damit einhergehende verbesserte User-Experience. Auf der andere Seite sind Online-Shops nicht mehr darauf angewiesen, eigene native Apps herstellen zu müssen. Des weiteren entfällt der Kampf um die besten Platzierungen im App Store.

Service Worker und HTML5 ermöglichen die Umsetzung von Progressive Web Apps

Möglich werden die mobilen Apps durch sogenannte „Service Worker“. Diese Javascript-Codes ermöglichen das Caching, durch welches verschiedenste Dienste auch offline verfügbar sind. HTML5 verbindet schließlich die unterschiedlichen Gerätefunktionen mit den Desktop-PWAs. Zur Nutzung der Web Apps wird das „Web App Manifest“ in den Header des Manifest.json-Datei hineingeschrieben. Das Manifest.json enthält die Icons und deren Platzierung auf dem Homescreen.

Hinter dieser Entwicklung steht ein Trend: Weg von Betriebssystem basierenden Anwendungen und hin zu webbasierter Software. Shop Software Hersteller setzten bei Apps vermehrt darauf, sie weniger abhängig vom Betriebssystem des Gerätes zu machen, sondern sie in die Webseite selbst zu integrieren.

Progressive Web Apps auf dem Vormarsch


Progressive Web Apps auf dem Vormarsch

 

Magento legt vor, Shopware zögert

Der Shop Software Hersteller Magento liegt bei der Entwicklung der Progressiven Apps weit vorne. 2017 ging das Unternehmen bereits eine Kooperation mit Google ein. Seitdem arbeitet Magento an dem „PWA Studio“, einem Baukastensystem für Desktop-PWAs. Shopware hingegen hat sich zu dem Thema dahingehend geäußert, dass der Entwicklung von progressiven Web Apps keine große Priorität zukomme.

Progressive Web Apps stellen eine Alternative für Online-Shops dar, welche sich zuvor gegen die Entwicklung einer eigenen App gesperrt hatten. Vor allem für Shops, welche keinen hohen Zugriff von mobilen Geräten verzeichnen, könnten sich die Web Apps als ein Vorteil herausstellen. Kunden, die nur ab und zu den Online-Shop besuchen, laden sich nur selten eine native App herunter. Die PWA kann jedoch ohne Download und Installation benutzt werden, weswegen sie wahrscheinlicher auf dem Homescreen des Kunden landet.

Bei der Umstrukturierung empfehlen sich unterschiedliche Strategien, da Progressive Web Apps nicht automatisch günstiger als native Apps sind. Die Entwicklungskosten hängen von der Beschaffenheit des Shops ab und dem Umfang der Funktionen der Web App. Bei einer Entwicklung von Grund auf können auf die Shop-Betreiber ähnliche Kosten wie bei der Gestaltung des Shop-Frontends entstehen. Es empfiehlt sich, die Webseite schrittweise umzustellen. Bei Unterseiten mit einer hohen Absprungrate, kann sich die Einbindung von PWA-Funktionen lohnen. Auf dieser Grundlage könnte dann die Web App stückweise weiterentwickelt werden. Die Einbindung des Web App Manifests in den Homescreen dauert nur wenige Stunden. Eine andere Vorgehensweise sieht eine komplette Neuprogrammierung der App vor. Denn Web-Shop und Web App unterscheiden sich noch zu sehr, als dass Entwickler sie ohne Weiteres umstellen könnten. Generell tasten sich die Shop Software Hersteller noch an die neue Thematik an, optimale Vorgehensweisen müssen sich erst zeigen.

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