Material You – Googles neues Design-System

Ein individuelles Design, mehr Farbe und sanfte Rundungen der vergrößerten Schaltflächen: Im Mai 2021 präsentierte Google sein neues Design-System namens Material You, das mit dem Update von Android 12 auf Google-Pixel-Smartphones verfügbar sein wird. 

Wie bisher steht auch beim neuen Google Design-System die Nutzerfreundlichkeit im Vordergrund. Statt einheitlicher Gestaltungsmerkmale, die auf Dauer eher wie 08/15-Elemente wirkten, setzt Google nun auf individuell anpassbare Farbschemata, harmonische Design-Elemente und flexible Anpassungen, die vom System selbst vorgenommen werden. 

Sieben Jahre nach der Einführung von Material Design geht Google damit einen weiteren Schritt auf seine Nutzer, vor allem aber auf die Wünsche von Designern und Entwicklern zu, die sich schon lange ein Design-Konzept gewünscht hatten, das nicht nur Funktionalität, sondern auch Emotionalität als Gestaltungsprinzip anerkennt. 

Material You – Googles neues Design-System
(Screenshot: Google / material.io)

Grundlagen für eine mobile Gestaltung durch Material You – Googles neues Design-System

Einfach, übersichtlich, funktional – lauteten die bisherigen Grundsätze für das Google Design-System. Diesem Prinzip bleibt Google auch weiterhin treu, ergänzt die Grundlagen für eine mobile Gestaltung aber um dynamischere Komponenten. 

Grundzüge des neuen Designs: frischer, moderner und von verspielter Dynamik

Neben den App-Entwicklern wird das vor allem Nutzer freuen, die sich sehr intensiv mit ihrem Smartphone und dessen Gestaltung befassen. 

Das Design wirkt nicht nur frischer und moderner, es kommt auch mit Animationen und kleinen „Überraschungen“ und Gestaltungsvorschlägen daher. Nutzer können diese annehmen, ablehnen oder auch variieren, ohne die extrem intelligente und aufwendige technologische Neuerung, die sich dahinter verbirgt, verstehen zu müssen. 

Denn nicht nur Farben Schaltflächen und Animationen lassen sich individuell gestalten, auch die Oberfläche und die Abbildung von Texten und Symbolen fügt sich künftig stärker den Wünschen des Nutzers. So passt sich die jeweils aufgerufene Seite oder App nicht mehr allein an die Bildschirmgröße an, sie reagiert auch auf Bewegungen, Kontexte und Eingaben sowie situative Gegebenheiten – bis hin zur Intensität des einfallenden Lichtes oder der Art, wie das Handy bedient wird. 

Material You: viel mehr als nur ein neues Design-System

Insgesamt stellt Google mit Material You also nicht nur eine Design-Variante vor, sondern ein Konzept, das sich vermittels der ihm zugrundeliegenden Algorithmen in Echtzeit an das Nutzerverhalten anpasst. Die viel gepriesene Mobilfreundlichkeit wird hier auf eine neue Stufe gehoben. 

Dabei bleibt es den Nutzern überlassen, ob und wie intensiv sie sich auf die Änderungen einlassen. Das gilt natürlich auch für die Privatsphäre-Einstellungen, deren Anpassung künftig über das ebenfalls neu integrierte Dashboard vereinfacht wird. 

Gut Ding will Weil haben: Google kündigt mehrjährige Entwicklung und Anpassung an

Wie lange es dauern wird, bis Googles neues Designsystem wirklich alle Google-Produkte und Services erreicht hat, ist aktuell noch unklar. Nach der Auslieferung mit Android 12 ist eine Übernahme in Google Chrome geplant. Entwickler und Designer fordert Google dazu auf, sich im „Laufe des Sommers“ mit den weiteren Komponenten von Material You intensiv zu befassen. 

Letztlich gehen die Entwickler des neuen Designs jedoch von einer „mehrjährigen Reise“ aus, an deren Ende schließlich alle Produkte und „Ökosysteme“ von Google mit dem neuen Design-System ausgestattet sind. 

Fazit: Erweiterter Spielraum für Entwickler durch Googles neues Design-System

Eine Vorschau und eine faszinierende Darstellung, was das neue Design-Konzept alles kann und verändert, lässt sich jedoch jetzt schon über die bekannten Kanäle abrufen. Für Grafiker, Web- und App-Entwickler ist es daher höchste Zeit, sich mit dem neuen Design-Konzept zu befassen, das eine „Umarmung von Ausdruckskraft und Emotion“ bei gleichbleibend guter Funktionalität verspricht. 

Der Fachwelt steht es zudem frei, sich an der Entwicklung zu beteiligen und das neue Konzept für eigene Produkte zu nutzen und zu verfeinern. Wir sind gespannt, ob und wie sich dies auf die Entwicklung von Marken, Brandings und kreativen Apps künftig auswirken wird und begrüßen es, dass Google nicht nur den Nutzern, sondern nunmehr auch den Entwicklern einen erweiterten Handlungs- und Gestaltungsspielraum ermöglicht.

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